Die kleinen Philosophien eines ganz alltäglichen Lebens: Viel Theater um Nichts

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Nach den erfolgreichen Produktionen “Belgrader Trilogie” (und hier) und “ERVOLK” bin ich nunmehr wieder Teil eines neuen Theaterprojekts: “Shakespeare Transit” heisst das gute Stück.

Was genau ich in dieser Produktion verloren habe, weiss allein das Universum.
Oder meine Münze.
Denn ich könnte genauso gut sagen, dass ich einen alten, stellenweise schwarz gewordenen Zweifränkler hoch in die Lüfte warf und das kupfernickelfreie Schicksal entscheiden liess, ob ich mitwirken sollte oder nicht.
Zahl hat gewonnen und Lotti marschierte kurz vor Neujahr 2017 mitten hinein in das Theater des Lebens mit all seinen Facetten.
Und in die nächste Probe.

Kurzer Rede langer Sinn (ist so); hier geht es freilich nicht um all die Turbulenzen, die so ein Theatermitwirken mit sich bringen könnte (und ja! die können einen echt vom Sockel hauen, diese grossen Wellen unvorhergesehener Geschehnisse) , sondern um die Turbulenzen, die in der dritten und letzten Phase einer Produktion zu entstehen drohen.
Wie zum Beispiel so:

In zwei Wochen ist Premiere.
Momentan laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, was im Theater soviel heissen soll wie “momentan-sind-wir-daran-bestehende-Szenen-über-Board-zu-werfen-neue-zu-erfinden-dann-die-Schauspieler-vor-jeder-Probe-vollkommen-zu-verwirren-weil-wiederum-alles-durchgemischt-wird-damit-nicht-nur-wir-sondern-auch-das-Publikum-ja-nix-versteht-von-all-dem-was-sich-auf-der-Bühne-abspielen-wird-und-zuguterletzt-auch-unsere-Stimmen-bloss-nicht-zu-sehr-zu-trainieren-für-die-paar-Songs-welche-in-das-Stück-integriert-werden-denn-dieser-Zug-ist-längst-abgefahren-und-unsere-Stimmen-hoffnungslos-bis-in-alle-Ewigkeit”.

Jawohl.
Du darfst dich also schon mal freuen, während ich im stillen Kämmerchen immer noch höchst originelle Pläne schmiede, wie ich diesem Schlammassel meiner grössten bevor-stehenden Peinlichkeit – denn ich habe natürlich auch einen Song erwischt – möglichst unsichtbar und leise entkommen könnte.
Nun gut.
Ich bin auch nur Mensch.
Und nur die wenigsten können singen.

Diese Halblüge hilft mir insofern, als dass ich nicht komplett durchdrehe vor Scham.
Leider ist das aber nicht die einzige Hürde, welche ich mir (einmal mehr) eingebrockt habe – mal abgesehen vom grossen stage fright, welches mich nun bald wieder vollkommen überfallen wird – nein!
Es gibt ja noch die Texte, die man lernen müsste!

Ach herrje!
Je mehr ich hier nun schreibe, desto mehr wird mir glasklar in was für eine prekäre Situation ich mich da wieder einmal hinein manövriert habe –
wieso genau wollte ich nochmal eine rundum-Künstlerin sein?!!?
War das nicht das kleine, auf meiner rechten Schulter sitzende Teufelchen mit diesen sympathisch kurzen Beinchen und diesem furchtbar süssen Stimmchen, das mir netterweise zuflüsterte, ich könne “easily” auf der Bühne vor fünfzig Paar Augen souverän performen, denn ich schreibe ja schliesslich auch mit links?

Wie zum Kuckuck kam es schon wieder genau zu dieser schwachen Minute, als ich dem teuflisch-süssen Fratz zu meiner Rechten mit diesem höchst beunruhigenden Grinsen gieriger Vorfreude Glauben schenkte?!!
WAS ZUM KUCKUCK HABE ICH MIR BLOSS DABEI GEDACHT!!!????!!!!

Zu spät. Verdammt!
Oder doch nicht?
Könnte ich jetzt in dieser Phase der Vorbereitungen vielleicht doch noch kneifen?
Mir eine wahnsinns Ausrede ausdenken, um dieser drohenden Blamage zu entkommen?
Hmmm…könnte ich?
Was würde meine Münze dazu sagen?
Und könnte ich mich dann schadenfreudig unter das Publikum mischen und mich während der Vorstellung tränenüberströmt kaputt lachen über meine Schauspielkollegen, denen die Nervosität ins Gesicht geschrieben steht?
Könnte ich wirklich?

Zugegeben, diese Gedankenschleife hatte ich tatsächlich erst kürzlich.
Und ich kann Dir sagen, es war eine sehr, sehr lange Gedankenschleife.
Und trotzdem gehe ich immer noch an die Proben.
Ich meine, soooooo schlimm kann es doch nicht werden, oder?
Ich meine, echt jetzt…oder??!

Bevor ich jedoch abermals in diese wenig fördernde Stimmung dunkler Gedanken absinke, appelliere ich an dieser Stelle lieber an das Universum, an die Menschheit und deren Nächstenliebe, an das Publikum, an Dich: Solltest Du dich also zufällig an einer unserer Vorstellungen mitten im Publikum befinden – aus welchen mir vollkommen schleierhaften Gründen auch immer! – dann bitte SEI GNÄDIG mit deinem Urteil und denk immer schön daran, auch WIR auf der Bühne können DICH sehen! 😉 **iamwatchingyouyeahyeaaaaaah**

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Vorstellungen in der Kaserne, Zürich
Premiere: 14. Juni 2017, 20.30 – 22.00 Uhr
Vorstellung: 15. Juni 2017, 20.30 – 22.00 Uhr
Vorstellung: 21. Juni 2017, 20.30 – 22.00 Uhr
Vorstellung: 22. Juni 2017, 20.30 – 22.00 Uhr
Vorstellung: 28. Juni 2017, 20.30 – 22.00 Uhr
Vorstellung: 29. Juni 2017, 20.30 – 22.00 Uhr
Vorstellung im Kulturmarkt, Zürich
7. Juli 2017, 20.00 – 21.30 Uhr

 

© romina bogdanovic / lottileibnitz.com

Grosse Umarmung,
Herzlichst,
Eure Lotti ❤

 

 

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