Die kleinen Philosophien eines ganz alltäglichen Lebens: Wenn Kinderaugen leuchten…

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht erstaunt und äusserst hingerissen auf den Strassen von Zürich Zeuge einer dieser unzähligen, grossartigen Momente bin, an denen ein kleiner Finger in meine Richtung zeigt und ich für einen kurzen Augenblick mit einem Leuchten belohnt werde, das nur Kinderaugen zu übermitteln vermögen.

Wir, die auf Motorrädern reiten, sehen eben doch anders aus als alle anderen und werden wohl deshalb immer wieder ganz speziell ins Visier genommen von den jüngsten Bewohnern unserer Erde. Was ist es, das Kinder bloss an Motorradfahrern so fasziniert? Ist es möglicherweise der Helm, der unsereiner wie Ausserirdische aussehen lässt? Ist es die ungewohnte Kleidung oder das super-coole Fahrrad, das sogar ohne zu treten fährt und dabei noch richtig doll brummt? Gerne würde ich wissen, was Kinder so begeistert, wenn sie mit ihrem kleinen Zeigefinger und den strahlenden Augen signalisieren, dass sie etwas Spannendes entdeckt haben. Gerne würde ich mich zurück erinnern können, was ich damals wohl gedacht und empfunden hatte, wenn ich ein Motorrad samt Mensch sichtete. Jedenfalls entzücken mich solche Situationen immer wieder von neuem.

Es sind eben diese klitzekleinen, oftmals nur ein paar Sekunden währenden Gesten, die den monotonen, grauen Alltag gleich um tausend Nuancen aller Regenbogenfarben bereichern können. Es gibt zahlreiche Momente, in denen uns Kinder den eigentlichen Wert des Lebens und dessen Geniessens vorführen und uns Einblick in längst vergessene Zeiten gewähren können. Da kann man freilich schon mal ins Schwanken kommen, wenn wir uns plötzlich bewusst werden, dass unser winziges, inneres Kind, welches wir alle zu Lebzeiten in uns tragen, sich irgendwo schlummernd in eine dunkle Ecke in den Tiefen unserer Seele verkrochen hat oder gar unerreichbar geworden ist. Tragisch, doch so ist der Lauf des Lebens; das Älterwerden kein Zuckerguss auf einem leckeren ‘Rüebli-Kuchen’. Und das Marzipan-Rüebli ist wohl auch nur für die kleinen Zweifüssler unserer Welt bestimmt. Oder?

Jedenfalls ist es schlimm genug, wenn man sich nicht um sein eigenes inneres Kind kümmert und es verwahrlost in der Ecke sitzen lässt (man ist ja schliesslich erwachsen und nicht mehr dazu bestimmt, leichtfüssig durchs Leben zu wandern!); aber noch schlimmer wäre wohl die Unfähigkeit, sich der unbeschwerten Fröhlichkeit und Neugier, die grosse, entdeckungsfreudige Kinderaugen widerspiegeln, hinzugeben und sich von der Leichtigkeit, welche dadurch unwillkürlich verströmt wird, entspannt mitreissen zu lassen.

Es wird einem auf jeden Fall warm ums Herz, wenn man Zeuge solcher Neugier und Offenheit wird. Und mal abgesehen davon – wir sind eben die super-coolen, wir mit dem Helm…

 

© romina bogdanovic / lottileibnitz.com

Grosse Umarmung,
Herzlichst,
Eure Lotti ❤

 

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